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Die Wahl des ersten Kinderbettes und die Entscheidung,
wo das Baby schlafen soll, ist nicht immer einfach.
Umfrage, Tipps und Tricks für frischgebackene Eltern.
Soll das Baby im Babykorb schlafen,
in einem Gitterbett oder in einer
Wiege? Soll es schon ab den ersten
Lebenstagen allein in seinem Zimmer
bleiben oder besser im Elternschlafzimmer
liegen? «Oftmals sind die
Eltern zwischen der Meinung der
Grossmutter, jener des Kinderarztes
und ihren eigenen Vorstellungen
hin-
und hergerissen», bemerkt
Priscille
Tremp, Leiterin der Baby-Sprechstunde
2000 in Sitten. Aurélia
Mazzi, Pflegeverantwortliche an der
Kinder- und Jugendlichenklinik des
Stadtspitals Triemli in Zürich gibt an,
dass die Klinik in Sachen Schlafen die
Empfehlungen der Schweizerischen
Gesellschaft für Pädiatrie befolgt, mit
denen der plötzliche Kindstod des
Säuglings verhindert werden soll.
«Wie empfehlen den Eltern, die Wiege
oder das Kinderbett während der
ersten sechs Monate im Elternschlafzimmer
zu installieren.» Einige Studien
machen tatsächlich glaubhaft,
dass das Risiko für einen plötzlichen
Kindstod geringer ist, wenn das Kind
im Zimmer seiner Eltern schläft. Im
Zimmer, aber nicht in ihrem Bett,
betonen die Spezialisten.
«Bei einem
professionellen Besuch in Australien
habe ich kleine Seitenbetten für
Kinder
entdeckt, die sich ans Elternbett
befestigen lassen», erzählt die
Genfer Kinderärztin Cristina Exhenry.
«So können die Kinder in ihrem
eigenen
Bett schlafen und sind doch
in nächster Nähe der Eltern, was
auch das nächtliche Stillen erleichtert.
» Ein ähnlich cleveres System ist
auch in der Schweiz in einigen Fachgeschäften
erhältlich: ein «Babybalkon
» (Babybay), der seitlich am
Elternbett befestigt werden kann und
sich später in einen Laufstall, in eine
Babybank oder einen Spieltisch verwandeln
lässt.
Laut Monique Graisier, Co-
Leiterin von Berceau d’Or in Genf,
wollen viele Eltern nach wie vor den
Babykorb neu ausstatten, dieses
Symbol der Generationenfolge und
der Kontinuität. «Wir empfehlen ihnen
Matratzen auf Mass aus Naturfasern.
» Aber offenbar ist nicht das
Bett das Wichtigste, sondern die Art
der Ausstattung. Entscheidet man
sich von Beginn weg für ein Gitterbett,
so muss man die entsprechenden
Schutzpolster vorsehen, da der
Säugling ein natürliches Bedürfnis
nach Kontakt mit dem Kopf hat und
deshalb ein weiches Polster nötig
ist, welches zudem verhindert, dass
das Baby sich einen Arm oder einen
Fuss zwischen den Gitterstäben einklemmt.
Käufe begrenzen
«Wenn ich sehe, dass eine Familie die
Lösung mit dem Kinderbett gewählt
hat und das kleine Baby sich in dem
grossen Raum etwas verloren fühlt, so
schlage ich jeweils vor, im Bett mit
Hilfe von speziell konzipierten Schaumstoffkissen
eine kleineres Abteil zu
schaffen, in welches man dann den
Säugling quer hineinlegen kann»,
erklärt Heike Emery, selbständige
Hebamme bei Arcade in Genf. Um
dem Baby noch mehr Schutz zu bieten,
ist auch ein Stützkissen denkbar.
Priscille Tremp fügt dem hinzu:
«Wichtig ist daran zu denken, dass
nicht so sehr das Objekt zählt, sondern
dessen Gebrauch. Wenn Eltern
beispielsweise kein Geld für eine
Wiege haben, so können sie für die
drei ersten Monate den Sitz des Kinderwagens
benützen. In diesem Fall
muss aber der synthetische Überzug
unbedingt durch ein einfaches Fixleintuch
ersetzt werden. In jedem
Fall ist es besser, man hat ein gut ausgestattetes
Bett als drei verschiedene
aufeinanderfolgende Modelle, die
alle ihre Defizite haben. Einige Gitterbetten
lassen sich übrigens mit
einem Junior Kit und einer entsprechenden
Matratze, die auf das Gewicht
des Kindes abgestimmt ist, in
ein grösseres Bett verwandeln. Der
Zeitpunkt, das Bett umzubauen, ist
gekommen, wenn das Kind seinen
Fuss auf die Querstange heben kann,
also ungefähr mit zweieinhalb
Jahren.»
Der letzte Tipp der Fachfrau:
Man braucht kein Geld für eine
Matratze der neusten Generation
auszugeben, wenn man eine Gummieinlage
benützen will, denn diese
macht alle besonderen Eigenschaften
der Matratze zunichte (saugfähig,
antiallergen sowie die Fähigkeit der
Aussenhülle, bis zu einem Liter Flüssigkeit
aufzunehmen, ohne dass das
Innenleben der Matratze nass wird).
Leidet das Baby an gastro-ösophagischem
Reflux, so sollte die Matratze
auf Kopfhöhe mit Hilfe kleiner Einlagen
um 30° angehoben werden.
Was die Bettwäsche angeht, so
empfehlen die Kinderärzte aus Sicherheitsgründen,
im ersten Jahr weder
Oberleintuch, Decke noch Kopfkissen
zu verwenden, sondern einen
Schlafsack zu nehmen, der in Bezug
auf das Verhindern eines möglichen
Erstickens am sichersten gilt. Beachtet
werden muss, dass die Grösse dem
Alter des Babys angepasst ist. «Der
Schlafsack hat zudem den Vorteil, dass das Baby schön warm umhüllt
bleibt, wenn es in der Nacht zum
Stillen ins Elternbett getragen wird»,
fügt Heike Emery hinzu.
Position wechseln
Sind Bettchen und Baby fürs
Schlafen bereit, so stellt sich die
Frage, wie man das Kleine hinlegt.
Die Kinderärzte empfehlen heute,
es auf den Rücken zu legen. Dies ist
eine sichere Position, da das Baby
noch nicht über die nötige Muskulatur
verfügt, um sich auf den Bauch
zu drehen. «Manche Eltern haben
trotzdem Angst, weil sie befürchten,
dass Kind könnte in dieser Position
in Folge eines Schluckaufs
keine Luft mehr bekommen. Wir
erklären ihnen, dass der Kopf meistens
etwas zur Seite geneigt ist und
ein möglicher Rückfluss von Mageninhalt
problemlos erfolgen kann»,
erklärt Heike Emery. Angesichts
der vielen Stunden, die ein Säugling
schlafend verbringt, ist trotzdem
Vorsicht geboten,
denn wenn er
die ganze Zeit in der gleichen Position
verbringt, besteht ein erhöhtes
Risiko für eine lagebedingte Plagiozephalie
(Kopfdeformität) und
für mangelnden Tonus in Rumpf,
Schultern und Armen. Es wird deshalb
empfohlen, im Laufe des Tages
die Lage des Säuglings zu wechseln,
etwa wenn er wach ist und sich unter
Obhut eines Erwachsenen befindet.
«Ich sage den Eltern oft, sie sollten
beispielsweise
beim Zuknöpfen eines
Kleidungsstückes das Baby auf
den Bauch legen oder es im Tragetuch
mit dem Gesicht zur eigenen
Brust herumtragen.»
Die Kinderärztin Petra Hüppi,
Professorin und Leiterin der Dienstes
für Entwicklung und Wachstum
an der Kinder- und Jugendlichenabteilung
am Unispital von Genf
betont: «Es ist wichtig, das Kind mit
der Bauch- und Seitenlage vertraut
zu machen, wenn ein Elternteil
anwesend ist. Damit lernt es, zu reagieren,
wenn es unfreiwillig in diese
Position gerät und zugleich wird ein
besserer Tonus der Arme erreicht
sowie eine bessere spätere motorische
Entwicklung gefördert.»
Die richtige Schlaftemperatur
Und die Temperatur im Kinderschlafzimmer,
spielt sie eine Rolle?
Ja, natürlich, denn es sollte nicht wärmer
als 18 bis 20 Grad sein. Um einen
zu grossen Temperaturunterschied
zwischen dem warmen Körper der
Mutter (oder des Vaters), die den
Säugling zu Bett bringt, und der Bettwäsche
zu vermeiden, die wegen der
Zimmertemperatur als kühl empfunden
werden kann, empfehlen einige
Fachleute, das Bettchen mit einer
Wärmeflasche vorzuwärmen, diese
aber beim Zubettbringen des Kindes
wieder zu entfernen. Ein weiterer
Hinweis: In einer Wohnung mit einem
Säugling darf nicht geraucht
werden.
Warum sind denn aber die
Zimmer in den Geburtsabteilungen
so stark geheizt? Und warum deckt
man dort die Kleinen manchmal
mit einem Duvet zu? Während der
ersten Lebensstunden ist die Beibehaltung
der Körpertemperatur
des Neugeborenen zentral. Ist die
Anpassung an die Umgebung einmal
erfolgt und die Regulierung eingespielt,
so kann der Säugling in einem
Schlafsack in einem etwas kühleren
Zimmer schlafen.
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