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Diese kleinen Episoden sind «Momentaufnahmen» aus
Sitzungen, die die Elternbildung im Kanton organisiert und
die sich mit der Bildungskompetenz der Eltern befassen.
Eine junge Mutter erzählt, dass sie ihr
8 Monate altes Baby am Abend zuvor
hat weinen lassen. Sie hatte alles versucht,
um Armelle zum Schlafen zu
bringen, und war drauf und dran, die
Nerven zu verlieren. Sie verliess dann
die Wohnung, um auf dem Balkon
etwas frische Luft zu schnappen. Nun
fühlt sie sich «schuldig», dass sie ihre
kleine Tochter weinen liess und fragt
die anderen Mütter, wie sie in solchen
Situationen reagieren. Doch die
Gruppenleiterin ermuntert die Mutter
zunächst, die Geschichte weiter
zu erzählen. «Nun, Armelle ist eingeschlafen,
während ich auf dem
Balkon war...».
Die Leiterin nimmt
die Schilderung der Mutter direkt
auf: «Ja, manchmal würden wir gerne
«etwas tun». Sie haben eine Pause
eingelegt und sich ein wenig entspannt,
um die Situation nicht eskalieren
zu lassen. Dadurch konnten Sie
beobachten, was bei Ihnen und Ihrem
Kind vorgeht. Und schlussendlich hat
dieser Stopp beiden geholfen».
Häufige Pausen
Eine Mutter zeigt sich sehr erstaunt:
«Wenn ich Sie so höre, stelle ich fest,
dass ich «die Pause» häufig und ganz
unbewusst einlege. Bereits von klein
auf haben meine Kinder (heute sind
sie 4, 8 und 10 Jahre alt) mitbekommen,
wie ich sie praktiziere. Und
gestern überraschte mich mein
10 jähriger Sohn wirklich. Er regte
sich über eine Hausaufgabe auf, ich
übrigens auch, der Wortwechsel wurde
schon lauter. Plötzlich sagte er:
«Warte, Mama, ich brauche eine
Pause, ich gehe kurz nach draussen,
renne 10 Minuten und komme dann
wieder!». Nach dem Laufen setzte er
sich wieder hinter seine Aufgabe und
brachte sie problemlos zu Ende. Ich
bin stolz, dass er dieses «Pause machen
» durch mein Vorbild gelernt
hat. Er hat es sich quasi bei mir abgeschaut.
Und mir war gar nicht bewusst,
dass ich ihm mit meinen
Pausen etwas beigebracht habe».
Der weitere Gesprächsverlauf
befasst sich dann mit dem Sinn der
Erziehung: man muss sich die Mittel,
die wir bereits einsetzen, bewusst vor
Augen führen und ihren häufigeren
Einsatz trainieren – und zwar nicht,
um die Macht über unsere Kinder zu
behalten, sondern mit dem Ziel, dass
sie sich diese Methoden selbst zu
Eigen
machen. Also, öfter mal eine
Pause einlegen.
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