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Im Aels und Lyns Universum finden sich viel Handgefertigtes und eigenwillige Trouvaillen. Ein komplett improvisiertes Zimmer, kreativ und fantasievoll.

Ael ist sechs Jahre alt und gehört eher zu jener Sorte Jungen, die nicht stillsitzen können, immer auf der Suche nach einer guten Idee. Lyn ist knapp zwei Jahre alt und bis vor Kurzem bewegte er sich noch kriechend, indem er sich mit den Armen vorwärts stiess, die Beine in der Lotusposition. Zur Zeit teilen sie sich ein Zimmer.

«Wir fanden es gut, dass sie sich für eine gewisse Zeit das Zimmer teilen, » meinen die Eltern. «So lernen sie, ihre Spielsachen zu teilen, das gemeinsame Zimmer aufzuräumen und entwickeln Respekt für den andern.» Der Papa, Nicolas Robel, ist Illustrator und Grafiker,* die Mama, Heidi Roethlin, entwirft zeitgenössischen Schmuck,** und das Bubenzimmer weist einen ähnlichen Stil auf wie die übrige Wohnung. Vieles ist selbst gemacht, wie zum Beispiel der auf Mass geschreinerte Schreibtisch (die Ikea- Stühle passen haarscharf darunter), das Marionettentheater oder die als Kochherd bemalte Spielzeugkiste, die unter dem Hochbett platziert ist. Dieses ist das Prunkstück des Zimmers. «Es ist ein Bett und mit einem aufgespannten Laken gleichzeitig eine Hütte, und falls es nötig werden sollte, lässt sich ein zweites Bett darunter stellen». Das heisst, wenn Lyn nicht mehr in seinem Vintage-Kinderbett schlafen will.

Man mag in diesem Zimmer hinschauen, wo man will, man entdeckt wahre Schätze. Auf dem Fauteuil liegt ein Kuscheltier mit einem überdimensionierten Kopf des Bieler Künstlers Christophe Lambert (nein, er hat nichts zu tun mit dem Schauspieler aus Greystoke und Subway), an der Wand hängen Puppen von Mama, die sie während den Schwangerschaften gefertigt hat und auch ein Wandmodell eines CD-Spielers, entworfen von Naoto Fukasawa für Muji. Das Mobile stammt von einer Taufpatin, auch dieses Stück ein Zeugnis ungehinderter Kreativität mit seinen chinesischen Bällen und Papierkringeln. «Alles ist hier improvisiert», erklärt der Vater. «Wir stellten erst das Hochbett hinein und die anderen Elemente je nach verbleibendem Platz.» Das Zimmer hat eine Grösse von 13 m2.


*Das Bett von Lyn wurde bei der Renfile für 40.– erstanden und komplett renoviert

*Die ursprünglich weissen Buchstaben der Vornamen wurden mit Geschenkpapier umwickelt und danach von Ael verschönert.

*Der Teddy ist von Christophe Lambert, Biel (www.lambertcomix.ch).

*Das Mobile ist ein Werk von Aels Patin.

*Die Fenster wurden mit einem Stift der Marke Edding (Window Marker) sowie mit wasserlöslicher Flüssigfarbe verziert.

*Das Metallregal der Marke Errex (www.errex.com) sieht man oft in Architekten- und Grafikerbüros. Der Schreibtisch wurde auf Mass hergestellt.


   * www.bulbfactory.ch
** www.fiasco.ch/heidi


Text: Maxime Pégatoquet
Fotos : Cédric Widmer