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Alle werden es Ihnen bestätigen: Mutter werden ist
nicht so leicht, auch wenn einige böse Zungen immer
noch das Gegenteil behaupten. Für babymag.ch
berichtet
Caroline von ihren zwei Schwangerschaften.
Die zweite ist noch kaum vorbei – das Baby kam im
März. Glückwunsch!
«Es begann mit einer Fehlgeburt, die man beim
allerersten Ultraschall entdeckte. Ein echter
Schock. Man denkt immer, so etwas passiere
nur anderen und wenn man selber schwanger
ist, so hütet man sich, an solche Dinge zu
denken...Wir wussten nicht, was uns wirklich
erwartete, aber meinem Mann und mir wurde
brutal bewusst, was wir verloren. Zum Glück
wurde ich bald wieder schwanger. Aber auch
dieses Mal lief die Sache nicht so rund, wie sie
in den Magazinen für werdende Mütter
beschrieben wird.
Alles in allem bedeutete es
in meinem Fall nämlich mehrere Monate Liegen
wegen zweiter Hämatome; dazu kam ein
erhöhtes Risiko für Trisomie 21 und noch mehr.
Eine Amniozentese war zu riskant,
weshalb wir
an die Spezialabteilung für fötale Entwicklung
in unserem Spital verwiesen wurden, wo man
häufig Ultraschall machte und uns versichern
konnte, dass unser Baby sich gut entwickelte.
Mit anderen Worten, meine Schwangerschaft
war geprägt von Stress und heftigen Ängsten.
Aber trotzdem hatte ich das tiefe und unerklärliche
Gefühl, dass es meinem Baby gut ging; es
fühlte sich seltsamerweise so an, als ob das Baby
mich beruhigen wollte. Es war diese ständige
Kommunikation zwischen uns beiden, die mir
in schwierigen Momenten wieder Vertrauen
gab. Kurse in Sophrologie (eine Entspannungstechnik)
haben mir auch geholfen, diese intime
Verbindung zu meinem Kind zu stärken. Und
ich hatte mich nicht getäuscht. Es gab dann
zwar einige schwierige Stunden, denn ja klar,
eine Geburt tut weh. Aber dann kam er zur
Welt, mit seinen zehn Fingerchen und zehn
Zehen und seinem hübschen kleinen Kopf.
Alles war gut gegangen.»
Die Nächte, das Stillen, die Müdigkeit – die Liste ist lang
«Zurück zu Hause galt es, rasch die Rolle zu
wechseln, so nach dem Motto:
schnell, schnell,
sei die neue Supermami, auch wenn du keine
Ahnung hast, was das eigentlich heisst! Da
braucht es ehrlich gesagt gute Nerven. Die
Realität
mit einem kleinen Kind kann für einen
selbst und das Paar tatsächlich eine schwere
Prüfung sein, weit ab von den Klischeevorstellungen
der Hochglanzseiten. Hin und her
gerissen zwischen einem tiefen Liebesgefühl
und einer riesigen Einsamkeit hatte ich Mühe,
die Symbiose zwischen meinem Baby und mir
zu akzeptieren.
Welche Mutter denkt so etwas?
fragte ich mich. Niemand hatte mir von dieser
Möglichkeit erzählt und zu jenem
Zeitpunkt
hätte ich nie gewagt, dieses Thema mit irgend
jemandem zu besprechen, nicht einmal mit
meinem Mann – die Schuldgefühle waren zu
gross. Ich glaube, dies war der Ausgangspunkt
für mein Leben als Mutter, am Kreuzungspunkt
zu meinem Leben als Frau. Dieser brutale Aufeinanderprall
brachte mich an meine Grenzen
und es bedurfte einer langen Arbeit um zu begreifen,
wer diese neue Mutter
war und was aus
dieser zukünftigen
Frau werden würde.»
Fragen, Veränderungen, erneute Fragen
«Zu jenem Zeitpunkt hatte ich schon mehrere
Jahre im Sozialbereich gearbeitet. Ich war Erzieherin
in einem Heim für Jugendliche und
machte zwei Mal die Woche Nachtwache. Ich
fehlte an Wochenenden und manchmal auch
ganze Wochen. Mich von meinem Sohn zu
trennen, wurde plötzlich unglaublich schwierig
und es fiel mir immer schwerer, für meine langen
Dienste das Haus zu verlassen. Mein Blick auf
meine Arbeit veränderte sich, und damit auch
mein Interesse dafür. Ich entschied mich für
einen Stellenwechsel, um
meine Arbeitszeit besser
einteilen zu können. Ich fand
eine Arbeit mit fixen Arbeitszeiten
zu 80%. So hatte ich
mehr Zeit für meinen Sohn.
Nach einigen Monaten war die Sache geritzt,
neuer Job, neue Verantwortung, neue Herausforderungen,
neuer Horizont,
immer noch im
Sozialbereich.
Heute ist das Leben mit unserem Sohn
ein wahres Glück. Na ja, seien wir ehrlich,
nicht alle Tage sind der pure Sonnenschein.
Wir müssen es einfach zugeben, unsere lieben
Kinder bringen uns manchmal an die
Grenzen, auch wenn wir deswegen keine
schlechten Eltern sind.»
Hauptsache heiter
«Trotzdem war da noch Platz für ein zweites
Kind – ein kleines Mädchen diesmal! Und die
Schwangerschaft verlief problemlos. Ich konnte
von meiner ersten Erfahrung profitieren, um
die nötigen Schritte zu machen, damit ich diese
Schwangerschaft unter besten Bedingungen
erleben konnte. Ein ganzes Netzwerk ergab
sich rund um die Ankunft unseres zweiten
Kindes.
Ich nahm erneut Kurse in Sophrologie
zur Geburtsvorbereitung, fand eine Hebamme
für die nachgeburtliche Betreuung, nahm einen
sehr nützlichen Stillkurs und besuchte die
Geburtsabteilung.
Kurz, ich entdeckte all die
Strukturen, die es für werdende Mütter gibt –
und ich benutzte sie auch!
Das erste Mal war
alles neu gewesen und ich hatte Mühe gehabt,
die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt
zu stellen. Dieses Mal war ich schneller und
dachte voraus.
‚Alles wird heiter!’ Und ich will
jetzt endlich mal so leben,
wie es einem auf diesen
schönen Magazinseiten vorgelebt
wird!
Allerdings kamen auch
mit dem zweiten Kind die
gleichen persönlichen und beruflichen Fragen
wieder hoch. Aber auch hier erwies sich
meine Erfahrung als Vorteil. Und deshalb
beschloss
ich, die Sache in die Hände zu nehmen.
Einige
therapeutische Sitzungen halfen
mir, Ordnung in meine persönliche Geschichte
zu bringen, was nötig war, um definitiv und
mit Selbstsicherheit meine Mutterrolle einzunehmen.
Auf der beruflichen Ebene habe
ich mich entschlossen, eine Kompetenzbilanz
zu erstellen,
denn ich habe Träume, ja doch,
und ich fühle, dass es Zeit wird, sie zu realisieren.
Und zudem bin ich soeben 30 Jahre alt
geworden und es ist, als ob eine leise Stimme
mir ins Ohr flüstern würde: «Mach schon,
vorwärts, jetzt oder nie!» Ein kleiner Wink
des Schicksals und hier bin ich und erzähle
euch all das. Ich könnte meinen Bericht damit
beschliessen, zu sagen, wie sehr mich meine
Mutterschaft glücklich macht, aber das ist nun
wirklich klar. Etwas schwieriger ist das Eingeständnis,
dass es manchmal auch die Hölle
sein kann. Aber das gehört dazu und wenn
man dies mal akzeptiert hat, so ist es viel einfacher.
Was beruhigend ist: Es hält einen nach
dem ersten Mal nicht davon ab, es ein zweites
Mal zu machen! Und jetzt muss ich mich um
mein Baby kümmern...».
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