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Eine Schwangerschaft verändert den Körper der zukünftigen
Mutter und kann zu sehr speziellen Reaktionen
führen. Wir haben für Sie die Liste der unvermeidlichen,
klassischen und absonderlichsten Veränderungen
zusammengestellt.
Seien Sie gewarnt.
Der Schwangerschaftstest zeigt auf
positiv – und die Frau gerät in Panik.
Denn Schwangersein ist gleichbedeutend
mit einer hormonellen Achterbahnfahrt,
die den Körper bis ins
Letzte verändert. Einige Beschwerden
sind bekannt, einige weniger.
Gut zu wissen, dass nach der Geburt
alles wieder ins Lot kommt. Wenn Sie
daran zweifeln, so fragen Sie besser
den Arzt, denn jede Selbstmedikation,
und sei es nur im Bereich der Kosmetik,
ist jetzt zu unterlassen!
Die Unvermeidlichen
Dazu gehören die Übelkeit am Morgen,
Schwangerschaftsstreifen sowie
starker Harndrang. Um mit der Übelkeit
zurecht zu kommen, ist es besser,
nicht zu warten, bis man Hunger hat;
lieber eine kleine Knabberei zu sich
nehmen. Das heisst jedoch nicht,
gleich für Zwei zu essen, vor allem
keine Süssigkeiten, die Ihnen sonst
bis zur Menopause an den Hüften
kleben bleiben. In der Regel hört die
Übelkeit ungefähr in der 12.
Schwangerschaftswoche
auf (sie kann
aber auch bis zur Geburt andauern).
Auch Sodbrennen kommt häufig vor,
denn das Baby drückt auf die Organe
und verursacht einen Reflux, vor allem
in der Nacht. Der Trick in diesem
Fall: Mit einem zusätzlichen Kissen
schlafen, damit der Reflux nach unten
geleitet wird. Bei Schwangerschaftsstreifen
(die Haut wird mangels
Elastizität überdehnt) sorgen Sie
für genügend Feuchtigkeit. Aber
Achtung, keine Cremes nehmen, die
Phtalate enthalten (das sind praktisch
alle ausser Naturkosmetikprodukte).
Phtalate sind Kunststoffderivate und
können laut französischem Staatssekretariat
für Ökologie die Fruchtbarkeit
des Babys einschränken oder
sogar Hodenkrebs verursachen. Wenn
Sie ständig starken Harndrang verspüren,
so müssen
Sie sich bewusst
sein, dass das Risiko
für Harnweginfektionen
und Inkontinenz
bei Schwangeren
erhöht ist,
vor allem, wenn es
nicht die erste
Schwangerschaft
ist. Um etwas dagegen
zu tun, können
Sie den Beckenboden
trainieren,
entweder vor oder nach der Schwangerschaft,
aber nicht während, da ein
solches Training eine vorzeitige
Geburt
auslösen könnte.
Die Klassiker
Dazu zählt Verstopfung, denn das
Hormon Progesteron, auch Schwangerschaftshormon
genannt, lässt die
Bauchmuskeln schlaffer werden und
verlangsamt die Darmpassage. Empfehlenswert
ist in solchen Fällen, viel
Wasser zu trinken, jedoch Abführmittel
zu vermeiden, ausser solchen
aus Naturfasern. Blut im Stuhl
bedeutet,
dass Sie Hämorrhoiden haben;
sie entstehen oftmals dann,
wenn die Venen von Rektum und
Anus sich erweitern aufgrund des
höheren Drucks durch den Kopf des
Ungeborenen. Keine Grund zur
Panik,
sie verschwinden nach der
Geburt auch ohne Behandlung wieder
von selbst; wenn sie stark jucken
oder Sie Schmerzen haben, fragen Sie
jedoch den Arzt.
Ein weiterer Klassiker ist die
Wasserretention, denn Mutter Natur
sorgt für eine Wasserreserve für das
Baby, so dass es
als Folge davon
zu geschwollenen
Fingern, Knöcheln
und Füssen
kommt. Und zudem
drücken die
grösseren Brüste
auf die Nerven
und Blutgefässe
unter den Armen,
was ebenfalls zu
einem Stau in den
Händen führen
kann. In diesem Fall hilft viel Bewegung
und ein Hochlagern der Beine.
Falls Sie an einem Magnesiummangel
leiden, so kommt es zu Krämpfen,
vor allem in der Nacht. Dehnen
Sie die Waden, indem Sie die
Zehen gegen oben in Richtung Knie
anziehen. Wird der Schmerz stärker,
so trinken Sie ein Glas Salzwasser
– auf fünf zählen und der Spuk ist
vorbei! Schmerzlos aber etwas peinlich
ist ein starkes Schwitzen unter
den Achseln, von Füssen und im
Schambereich. Dagegen gibt es kein
Rezept, das einzige, was Sie tun können,
ist, immer ein Deo griffbereit in
der Handtasche zu haben.
Die Absonderlichen
Nebst den grossen Klassikern gibt es
noch weniger bekannte und ziemlich
absonderliche Leiden, auf die man
sich ebenfalls vorbereiten muss. Dazu
gehören Nasenbluten aufgrund des
veränderten Östrogenspiegels. Schlimmer
sind Hautveränderungen: Muttermale,
Schönheitsflecken, Narben und
Sommersprossen können sich dunkel
verfärben und grösser werden. Seltsam
ist auch die dunkle, vertikale
Linie, die in der Bauchmitte auftreten
kann. Und auf der Stirne, der Nase
oder dem Kinn werden manchmal
grosse braune oder gräuliche Flecken
sichtbar. In all diesen Fällen gilt: Sonnenbestrahlung
vermeiden.
Noch
mehr gefällig? Der Pruritus gestationis,
der Schwangerschaftsjuckreiz,
geht auf eine durch Östrogene belastete
Leber zurück und führt zu einem
allgemeinen Juckreiz. Schwangere
leiden auch eher an HNO-Problemen
wie zum Beispiel Ohrensausen,
Ohrenpfeifen oder anderen Geräuschen,
die sich ununterbrochen bemerkbar
machen, oder auch an Dysphonie,
einer Stimmstörung. Es kann
auch zu einem erhöhten Speichelfluss
kommen. In diesem Fall lautet der
Ratschlag: herunterschlucken! Aber
vielleicht haben Sie ein entzündetes
Zahnfleisch, das zurückgeht und zu
vermehrter Karies führen kann. Falls
Sie deswegen zum Zahnarzt müssen,
so bitten Sie ihn, anästhesierende
Produkte zu verwenden, die für das
Baby unschädlich sind. Auch die
Augen
werden während der Schwangerschaft
nicht verschont, denn es kann zu
Sehverminderungen oder zu einer
verstärkten
Kurzsichtigkeit kommen.
Linsenträgerinnen schliesslich müssen
wieder zur Brille greifen, denn die
Hornhaut hat bei Schwangeren
Tendenz
zum Austrocknen.
Immer glücklich?
Fassen wir zusammen: Die schwangere
Frau, glücklich, ein achtes Weltwunder
in die Welt zu setzen, läuft
Gefahr, des morgens als erstes zu
erbrechen,
schlechtere Zähne zu
kriegen, aus der Nase zu bluten, die
von braunen Flecken übersät ist, sich
ständig am ganzen Körper kratzen zu
müssen, an Ohrgeräuschen zu leiden,
die ständig in ihrem Kopf rumoren,
aufgeschwollene Hände und Füsse
und des Nachts Wadenkrämpfe zu
haben. Sie schwitzt wie verrückt und
hat ständig Harndrang...Zum Glück
gibt es auch einige positive Veränderungen.
Ich habe es selbst erlebt. Vor
der Schwangerschaft war ich nie auf
irgendwelche Ohrringe allergisch. Als
Schwangere war es unmöglich, billigen
Schmuck zu tragen – mein Ohrläppchen
wurde schon beim Anschauen
eines solchen Stückes rot.
Ausser, die Dinger waren aus
massivem
Gold. Und so führte dieser
kleine Schwangerschafts-Besonderheit
doch noch zu etwas Gutem, nicht
wahr, mein Schatz?
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