Schwangerschaft, ganz natürlich

Wir wünschen uns für unsere Kinder eine gesündere Umwelt. Die erste Umwelt des Babys ist jene im Bauch drin und deshalb gilt es, alle Schadstoffe und Ein- wirkungen zu vermeiden, die der Entwicklung des Ungeborenen schaden könnten.


Es ist heute bewiesen, dass die Umweltschädlichkeit einiger Chemikalien auch unserer Gesundheit abträglich ist, aber auch die intrauterine « Umwelt » sollte schadstofffrei sein. Deshalb sollten schwangere Frauen darauf achten, während der « Fabrikationszeit » endokrine Schadstoffe weder zu essen, einzuatmen noch sonstwie zu absorbieren, da diese Substanzen sich in Geweben akkumulieren. Ähnlich wie beim Alkohol oder den giftigen Substanzen des Zigarettenrauchs lagern sich gewisse chemische Stoffe in unserem Fettgewebe ab und stören die wachsenden Zellen und manchmal sogar das Hormon- und Immun-system des Ungeborenen. Hier einige einfache Hinweise, wie man intrauterin paradiesisch natürliche Zu-stände bewahrt.


Gesunde Ernährung

Schwangere Frauen sollten nicht nur gewisse Medikamente vermeiden, es gibt auch Nahrungsmittel, die für das ungeborene Kind nicht gut sind. So gehören beispielsweise einige Konservierungs- und Süssstoffe auf die Verbotsliste. Zu vermeiden sind auch Pestizide, Insektizide und Fungizide, die sich fast immer auf fri-schem Gemüse und Obst befinden, das nicht aus biologischem Anbau stammt. Diese Stoffe können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen und einige hormonabhängige Krebs-arten verursachen, zum Beispiel Brust- und Eierstockkrebs. In Finnland und Schweden wird kleinen Mädchen und schwangeren Frauen empfohlen, keinen Lachs aus der Baltischen See zu essen, der dieser dioxinbelastet ist. Viel Frisches ist okay, aber kaufen Sie nur Ware aus biologischem Anbau. Wenn Sie also um vier Uhr früh Lust auf frische Erdbeeren haben, so schauen Sie bitte auf das Label !

Naturkosmetik

Schwangere Frauen bekommen Schwangerschaftsstreifen und haben kleinere Probleme mit Haut oder Haaren. Da ist der erste Reflex, zu den gewohnten Lieblingsprodukten zugreifen, um dem Körper etwas Gutes zu tun. Die meisten Kosmetikprodukte, von Cremen über Parfums bis zu den Shampoos, enthalten jedoch Phtalate, synthetischen Moschus, Alkylphenolethoxylate oder Triclosan – alles Substanzen, die hormonaktiv und in Nabelschnurgewebe und -blut nachweisbar sind. Um sich den Durchblick zu verschaffen und die richtigen Produkte in aller Ruhe auszuwählen, können Sie den Guide Cosmetox konsultieren, dem man auf der Website von Greenpeace (www.greenpeace.org) gratis herunterladen kann. In diesem Führer sind die Produkte entweder mit einem roten, einem orange- farbenen oder einem grünen Punkt versehen. Zwar kann einem hier das Grauen packen, aber gleichzeitig schützt man das Baby im Bauch, wenn man sich an die Empfehlungen hält. Die Marke Weleda ist frei von Petrochemie und Pestiziden. Das Massageöl gegen Schwangerschafts- streifen ist also ein guter Tipp, um sich ökologisch korrekt etwas um die eigene Schönheit zu kümmern !

Giftige Produkte vermeiden

Hellblau oder Rosa ? Womöglich ist es weniger wichtig, in welcher Farbe Sie das Kinderbettchen oder das Kinderzimmer neu anmalen – Hauptsache, sie verwenden nicht herkömmliche Farben, die VOCs enthalten (flüchtige organische Sub-stanzen). Auch diese Stoffe sind nämlich hormonaktiv. Entschieden Sie sich also für Biofarben und -lacke, die problemlos sind. Das Gleiche gilt für Haushaltsprodukte : Kehren Sie zu sicheren Werten zurück wie Essig oder Schmierseife – das Baby ist es dies wert.

Sanfte Mittelchen

Es stimmt, die Schwangerschaft stellt unseren Körper auf eine harte Probe : schwere Beine, Magenschmerzen, Übelkeit...Verlassen Sie sich auch hier auf die Heilmittelchen unserer Grossmütter, die keinerlei Schad-stoffe wie etwa Parabene enthalten. Ein grosses Becken mit kaltem Wasser für schwere Beine, Kräutertees aus biologischem Anbau für den Magen oder auch homöopathische Mittel gemäss den Empfehlung des Spezialisten. Bei Übelkeit ist es hilfreich, keine sauren Nahrungs-mittel zu konsumieren und mehrere Male am Tag kleine Portionen zu sich zu nehmen, so dass Sie nie Hunger haben. Vermeiden Sie bei der Hauptpflege ätherische Öle, viele davon sind für schwangere Frauen nicht angezeigt. Einige Öle sind ab dem fünften Schwangerschaftsmonat erlaubt, aber achten Sie auch hier darauf, dass sie aus organischem Anbau stammen. Der langen Rede kurzer Sinn : Als Schwangere fährt man nicht mehr Motorrad, hört auf zu rauchen, trinkt keinen Alkohol mehr, isst nur noch biologisch und kauft keine Produkte mit einem Gefahrensymbol drauf. Eigentlich logisch, oder

schwangerschaft ganz natürlich

Text : Flora Madic – Illustration : Xavier Cerdá