Rund ums Zahnen

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Die Zähne werden bereits im Verlauf der Schwangerschaft angelegt. Nur kann man sie noch nicht sehen, da sie im Kiefer liegen. Erst nach und nach dringen die 20 Milchzähne nach aussen.

Zahn um Zahn

Der erste Zahn (meist ist es ein Schneidezahn) bricht in der Regel im Frontbereich des unteren Kiefers durch. Das passiert zumeist D zwischen dem 6. und dem 12. Lebensmonat. Aber keine Sorge, wenn es ein bisschen länger dauert. Es gibt übrigens auch Frühzünder, bei denen das erste Zähnchen schon mit 12 Wochen kommt. Viele Babys empfinden das Zahnen als sehr unangenehm, werden quengelig und nervös. Manche bekommen starken Speichelfluss, rote Bäckchen oder geschwollenes Zahnfleisch. Selbst Fieber kann auftreten. Allerdings liegt das nicht direkt am Zahnen. Es ist eher so, dass der kindliche Körper seine ganze Energie aufs Zahnen konzentriert. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und das Kleine wird anfälliger für diverse Viren und Bakterien.

Erste Hilfe für zahngeplagte Babys

Kauen hilft, den Schmerz zu lindern. Geben Sie Ihrem Baby etwas zum Beissen, sei es ein Rüebli oder ein Stück Brot. Um das Erstickungsrisiko zu minimieren, sollten Sie allerdings darauf achten, dass das Brot ausreichend hart ist. Spezialtipp: Beissringe, die im Kühlschrank aufbewahrt werden können, da Kälte dem strapazierten Zahnfleisch besonders große Linderung verschafft. Aber Achtung! Bewahren Sie Beissringe niemals im Gefrierfach auf, sonst könnten empfindliche Schleimhäute geschädigt werden. Gönnen Sie Ihrem Kleinen eine Zahnfleischmassage. Hierfür werden auch spezielle Silikon-Fingerlinge angeboten. Einige Teesorten, wie Kamillen- oder Salbeitee, lindern den Schmerz ebenfalls. Gleiches gilt für homöopathische Mittel (Globuli oder Tropfen). Umstritten sind dagegen die sogenannten Bernsteinketten, die das Zahnen erleichtern sollen. Falls Sie sich dafür entscheiden, müssen Sie unbedingt auf Qualität achten. Besonders wichtig ist dabei der Verschluss, der einem eventuellen Strangulationsrisiko vorbeugen muss.

Auf die richtige Pflege kommt es an

Früher dachte man, dass Kleinkinder ihre Zähne noch nicht pflegen müssen. Ein schwerer Fehler! Sobald sich das erste Zähnchen zeigt, ist es an der Zeit für den Kauf der ersten – natürlich altersgerechten – Zahnbürste! Dabei darf man dem Baby die Zahnbürste auch durchaus mal in die Hand drücken. Schliesslich soll es von Anfang an lernen, dass das Zähneputzen Spass macht und sich daran gewöhnen. Ab dem ersten Geburtstag kommt Zahnpasta ins Spiel. Im Handel werden verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen angeboten. Einfach einen kleinen Klecks auf die Zahnbürste drücken und jedes Zähnchen ordentlich putzen. Sofern eine altersgerechte Zahnpasta verwendet wird, muss anschliessend nicht gespült werden (das können die Kinder in diesem Alter sowieso nicht). Übrigens kann man ruhig auch mehrmals am Tag putzen, wobei aber die Zahnpasta nur einmal täglich (am besten abends) zur Anwendung kommen soll. Viele Kleine können es gar nicht abwarten, bis sie selber putzen dürfen. Lassen Sie das ruhig zu, bedenken Sie jedoch, dass dies nicht ausreichend ist und putzen Sie unbedingt selber nach. Für ältere Kinder bietet sich die folgende Lösung an: Morgens putzt das Kind allein, abends helfen Sie nach. Übrigens sollte schon bei Kindern die Zunge mitgeputzt werden, da sich auch dort Kariesbakterien einnisten können. Sobald das Milchgebiss vollständig ist, empfehlen Zahnärzte zudem den Einsatz von Zahnseide, um wirklich alle Zähnchen zu reinigen. Lassen Sie sich die korrekte Technik vom Zahnarzt zeigen 

Die Zähne sind da und nun?

Nun sind alle Zähnchen durchgebrochen. Aber wie pflegt man das Milchgebiss richtig? Mini-Interview mit dem Leiter des Schulzahnärztlichen Dienstes der Stadt Zürich Dr. Hubertus van Waes.

Babymag.ch: Eignen sich manuelle oder elektrische Zahnbürsten besser zur Pflege von Milchzähnen?

Dr. Hubertus van Waes: Grundsätzlich putzen elektrische Bürsten, insbesondere Schallzahnbürsten, etwas besser als Handzahnbürsten. Es ist auch von der Handhabung her einfacher, jemand anderem mit der elektrischen Bürste die Zähne zu putzen. Allerdings haben nicht alle Kinder das Surren im Mund gleich gern.

Babymag.ch: Welche Zahnpasta empfehlen Sie für Kinder?

Sollte diese Fluorid enthalten? Dr. Hubertus van Waes: Fluorid ist ein wesentlicher Bestandteil der Kariesprophylaxe. Für Kleinkinder gibt es sogenannte Kinderzahnpasten mit einem etwas reduzierten Fluoridgehalt. Ab etwa sechs Jahren empfehlen wir dann die Juniorzahnpasten.

Babymag.ch: Wann und wie häufig sollte man zum Zahnarzt gehen?

Dr. Hubertus van Waes: Am besten nimmt man das Kind immer mit, wenn man selbst zu einer Kontrolle geht. Ansonsten beim Durchbruch der ersten Seitenzähne zum ersten Mal. Dann in Prinzip einmal jährlich, es sei denn, der Zahnarzt empfiehlt individuell etwas anderes. 

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