Ein Löffelchen fürs Mami, ein Löffelchen für den Papi...

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Frühestens ab dem fünften und spätestens ab dem siebenten Lebensmonat sollten Babys zur Muttermilch oder Säuglingsnahrung Beikost erhalten. Doch wie geht man das an? Wie bringt man das Kunststück fertig, dass aus dem Dreikäsehoch ein wahrer Gourmet wird? Worauf gilt es zu achten? Wie sollten sich Eltern verhalten, wenn Allergien und Unverträglichkeiten drohen oder sie bestimmte Nahrungsmittel (zum Beispiel Fleisch) ablehnen? Und muss man immer selbst Gemüse schnipseln und am Herd stehen?

Die Premiere

Wann?

Es gibt einige Anzeichen, die darauf hindeuten, dass Ihr Kleines reif für «echtes» Essen ist. Dazu
gehören die Kopfkontrolle, die Fähigkeit, sicher zu sitzen, Kaubewegungen und Interesse für das
Essen, das sich die Eltern einverleiben. Allgemein wird empfohlen, im siebenten Monat mit der Beikost zu beginnen.

Was?

Am besten serviert man fein pürierte Früchte oder fein püriertes Gemüse. Sie können es dabei ruhig bei einer Sorte belassen. Für den Start in die Feinkostkarriere eignen sich Kürbis und Pastinaken ausgezeichnet. Eine Woche darauf kann man ein neues Lebensmittel ausprobieren. So merkt man auch besser, welche Lebensmittel nicht vertragen werden. Später kommen pürierte Kartoffeln, ebenfalls püriertes mageres Fleisch (Rind, Kalb, Poulet) sowie Öl (vorzugsweise Rapsöl) hinzu.

Wie?

Viele Babys müssen sich erst an den Löffel und die ungewohnte Konsistenz gewöhnen. Stellen Sie sich darauf ein, dass zu Beginn nur geringe Mengen verzehrt werden und der Rest sich um den Mund, auf dem Lätzchen und in der näheren Umgebung verteilen wird.

Die Fortsetzung

Zunächst wird eine Milchmahlzeit durch Beikost ersetzt. Das Mittagessen eignet sich dafür besonders gut. Später kommen eine zweite und eine dritte Mahlzeit hinzu. Dabei muss man sich nicht auf Breichen beschränken. Je nach Alter des Kindes kommen auch Suppe und kleine Stückchen geschnittene Lebensmittel hinzu. Wichtig ist jedoch, dass Sie das Baby beim Essen immer beaufsichtigen, um im Fall eines möglichen Verschluckens schnell eingreifen zu können. Apropos Verschlucken: Weintrauben sollten stets in Stückchen geschnitten werden. Viele Kinder – besonders solche, die gerade zahnen – schätzen auch Fingerfood bzw. Lebensmittel, an denen sie knabbern können. Achten Sie jedoch stets darauf, dass diese beim Essen nicht in Stückchen zerfallen, an denen sich das Kind verschlucken könnte (zum Beispiel Rüebli oder Brot). Ab dem ersten Geburtstag kann das Kind vom Familientisch essen, wobei die eine oder andere «Extrawurst» noch durchaus erlaubt ist; sprich mit Gorgonzola muss man Kita-Kinder nicht unbedingt jagen...

Die Problemfälle: Kuhmilch, Eier, Getreide und Co.

Allergien und Unverträglichkeiten gehören zu den Volkskrankheiten und machen auch vor den Kleinsten nicht halt. Viele Eltern, die wissen, dass ihre Kinder eine gewisse Allergiegefährdung haben, spielen mit dem Gedanken, den Kontakt zum problematischen Lebensmittel möglichst lange hinauszuzögern. Diese Strategie ist nicht unbedingt zielführend. Im Gegenteil. Forscher empfehlen, Kinder frühzeitig mit diesen Lebensmitteln zu konfrontieren, damit sie sich daran gewöhnen können.

Brauchen Kinder Fleisch?

Vegetarismus und Veganismus liegen voll im Trend. So verzichten viele Eltern – sei es aus moralischen oder gesundheitlichen Gründen – auf den Genuss tierischer Produkte. Doch was ist mit den Kindern? Prinzipiell sollte Fleisch durchaus auf dem Speiseplan von Säuglingen und Kleinkindern stehen. Schliesslich enthält es Protein sowie wertvolle Mineralstoffe (Eisen!). Eine gesunde Entwicklung ist aber auch ohne Fleisch möglich. Falls Sie diese für Ihr Kind erwägen, sollten Sie jedoch unbedingt das Gespräch mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin suchen, damit er/sie Sie umfassend hinsichtlich der Vorbeugung von Mängeln beraten kann.

Hilfe, mein Kind isst nur Pasta nature! Während die

Während die meisten Kleinen gerne Neues probieren und verschiedene Geschmacksrichtungen geniessen, zeigen sich andere ausgesprochen renitent, und zwar besonders gern in Bezug auf Gemüse und Obst. Um dem vorzubeugen, sollen sich Schwangere möglichst abwechslungsreich ernähren. Man geht nämlich davon aus, dass Kinder in diesem Fall später gegenüber neuen Lebensmitteln offener sind. Sind die Würfel bereits gefallen, so kann man sich mit List behelfen. Kartoffeln mögen alle Kinder. Wie praktisch, dass geschälte und zusammen mit einer Kartoffel pürierte Zucchetti ihren Geschmack annehmen. Hilfreich ist es auch, wenn die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, sich gesund und abwechslungsreich ernähren und Freude am Essen zeigen. Wetten, dass der Nachwuchs auch kosten will? Es ist sinnvoll, Lebensmittel immer wieder in unterschiedlichen Formen und Konsistenzen anzubieten. Von Zwang oder Drohungen wie «wenn du das Gemüse nicht aufisst, gibt es drei Tage Regenwetter» sollte aber auf jeden Fall abgesehen werden. Wenn Junior mit der fest-glibberigen Konsistenz von Tomaten auf Kriegsfuss steht, sollte dies akzeptiert werden, solange nicht die meisten Obst- und Gemüsesorten zum Tabu erklärt werden.

Die Gewissensfrage: Muss ich immer selber kochen?

In einer perfekten Bilderbuchwelt wird das Bio-Breichen selbstverständlich von Mama und Papa frisch gekocht. In der Realität kann das leider nicht immer umgesetzt werden. Hilfreich ist das Vorkochen und Portionieren von Mahlzeiten, die im Gefrierschrank gut aufbewahrt werden können. Aber auch Gläschen haben ihre Daseinsberechtigung. Zugegeben, sie sind teurer. Sie sparen aber Zeit und haben bisweilen durchaus Vorteile gegenüber dem selbstgekochten Essen. So ist die Verarbeitung der Lebensmittel in den Fabriken oft schonender als in den heimischen Küchen und der Vitamingehalt höher. Die meisten Eltern setzen in dieser – zugegeben heiklen – Frage auf den gesunden Menschenverstand und kombinieren selbstgekochtes Essen mit Gläschen (zum Beispiel unterwegs oder wenn es pressiert).

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