1001 gute Gründe, um mit Kindern zu kochen

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Aber warum sind wir so zögerlich, wenn es darum geht, mit unseren Kindern zu kochen? Bei den meisten Eltern wird es wohl an der Befürchtung liegen, die lieben Kleinen wären Elefäntchen im Porzellanladen! Wir haben Angst, dass sie sich vollkleckern oder sich gar verletzen, und enthalten ihnen dabei eine sehr bereichernde Erfahrung vor.

Mit Gemüse Freundschaft schliessen und Schnee aus Eiweiss zaubern

Kochen ist für Kinder spannend. So kann Ihr Kleines mit Gemüse Freundschaft schliessen, aus Eiweiss Schnee zaubern und herausfinden, warum der Erdbeerkuchen von Tante Ursula so lecker ist! Sie sehen, es ist eine Gelegenheit, Traditionen weiterzugeben und natürlich die viel beschworene Quality Time miteinander zu verbringen. Ausserdem baut Ihr Kind so eher Ängste vor neuen Lebensmitteln ab. Schliesslich sieht es sie an, berührt sie, riecht sie, arbeitet damit – da will man irgendwann automatisch auch wissen, wie’s schmeckt. Beim gemeinsamen Kochen kann man zudem gut drauf zu sprechen kommen, was im Falle von Lebensmittelallergien zu tun ist. Erklären Sie Ihrem Kind, worauf viele allergisch reagieren und wie man mit dem Problem umgehen kann, indem man zum Beispiel das schlecht vertragene Lebensmittel durch andere ersetzt. Das Abenteuer kann bereits im frühesten Alter beginnen. Ihr Baby ist zu klein zum Helfen? Stellen Sie seinen Hochstuhl so auf, dass das Baby Ihnen beim Eierschlagen, Schälen, Schneiden usw. zusehen kann. Erklären Sie dabei, was Sie machen und lassen Sie das Baby das eine oder andere Lebensmittel berühren. Es ist nie zu früh, damit anzufangen! Damit das Unterfangen zum vollen Erfolg wird, sind jedoch einige Grundregeln zu beachten.

Unverzichtbare Zutaten: Zeit und Geduld!

Lassen Sie die Kinder an der Auswahl des Rezepts teilhaben. Idealerweise sollten alle Beteiligten von der Wahl überzeugt sein. Sie können den Kindern auch ein ihnen völlig unbekanntes Rezept vorschlagen und ihnen so die Chance geben, schon beim Kochen neue Lebensmittel kennenzulernen. Halten Sie es aber vor allem einfach. Und fokussieren Sie sich nicht zu sehr auf süsse Speisen. Belegte Brötchen sind ein variantenreicher Klassiker – Charcuterie, Sellerie, Rüebli, Käse, Spargel und vieles mehr kommt als in Belag in Frage. So ist für jedes Familienmitglied ein Favorit dabei. Die Zubereitung ist stressfrei, da kein heisser Herd oder Ofen benötigt wird. Butter oder Mayo können mit einem Holzmesserchen gefahrlos auf die Toasts geschmiert werden. Und selbstverständlich müssen die Brötchen hinterher dekoriert werden! Weiterer Aspekt: Nehmen Sie die Kinder zum Einkaufen mit. Ja, das ist stressig, aber auch so spannend, wenn die Kleinen lernen, Lebensmittel auszusuchen. Entscheidend ist dabei, dass Sie immer ausreichend Zeit und Geduld dabeihaben! Legen Sie den Einkauf auf den Nachmittag und nicht in die Stosszeit – und schon gar nicht auf Samstag... Nun hat man eingekauft und will mit dem Kochen anfangen. Zuallererst sollte man dabei schauen, welche Werkzeuge man verwenden will. Sicher, Messer sind gefährlich. Aber auch mit einer Gabel kann man sich verletzen. Erklären Sie den Kindern von Anfang an, dass mit den Kochutensilien nicht gespielt wird und verwenden Sie vorwiegend Utensilien aus Holz oder Plastik. Bei Schalen und Co. bietet sich Inox geradezu an. Erklären Sie, dass ein guter Koch auf seine Werkzeuge aufpasst, dass man schwere Gegenstände mit beiden Händen hält und dass man generell aufmerksam sein muss. Anschliessend wird die Arbeitsfläche vorbereitet, wobei Ihre Kinder Sie unterstützen sollten. Reinigen Sie die Oberflächen und holen Sie die Lebensmittel.

Materialien und Küchengeräte heraus. Im Übrigen sollten Kinder auch am abschliessenden Putzen beteiligt werden. Waschen Sie sich und allen kleinen Helfern die Hände und binden Sie Mädchen die Haare zusammen. Ziehen Sie sich nun die Kochschürzen an und erklären Sie, warum man zum Kochen nicht das Lieblingskleid anzieht. Nun wird das Rezept vorgelesen. Erklären Sie nötigenfalls die darin verwendeten Begriffe. Nun delegieren Sie altersgerechte Aufgaben an die Nachwuchsköche. Mit 2–3 Jahren kann man Obst und Gemüse waschen, zählen und sagen, wie es heisst. Man kann geschnittenes Brot in die Brotschale legen und eine kalte Sauce umrühren. Mit 3–4 können Kinder Früchtesalat umrühren, bei der Zubereitung von Teig helfen (Zutaten hinzugeben) und Zutaten verrühren. Mit 4–5 schlägt man Eier auf, misst Portionen ab, gibt Zutaten in Formen, deckt den Tisch und räumt nach dem Essen ab. Mit 6 können Kinder bereits bei der Ausarbeitung des Menüs helfen, mit dem Schneebesen arbeiten und Gemüse schnipseln. Ab sieben kann man Kinder am Backen von Crêpes beteiligen (unter Aufsicht versteht sich). Sie können kalte Speisen zubereiten und Ihnen bei allen Rezepten zur Hand gehen.

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