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zecken, mücken und anderes getier
Spaziergänge im Wald, Picknick am Seeufer, Spiele im
Garten, Siesta im Zelt: Das sind oftmals Begegnungen
der stechenden, brennenden oder giftigen Art für unsere
kleinen Forscherinnen und Forscher mit Sommerbekleidung.
Kleine Anleitung zur ersten Hilfe.
Grillen oder ein Zvieri unter freiem Himmel,
das ist immer auch eine schöne Einladung für
Wespen und Bienen. Erstere machen sich an
das Fleisch, letzter an den Zucker. Trägt zudem
Ihr Baby noch Kleider in bunten Farben, so
können die Bienen es leicht mit einer Blume
verwechseln. Bevor man aber gleich alles tötet,
was sich bewegt, sei daran erinnert, dass diese
Insekten nur stechen, wenn sie sich bedroht
fühlen. Was aber ist zu tun, wenn der kleine
Engel tatsächlich gestochen wird? Die Antwort
von Dr. Alain Regamey, Kinderarzt in Morges:
«Mit einer Pinzette oder dem Fingernagel den
Stachel entfernen und dabei aufpassen, falls
es sich um einen Bienenstich handelt, dass
man den kleinen Giftbeutel, der dran hängt,
nicht zerdrückt. Das Gift soll sofort abgesaugt
werden, entweder mit dem Mund, indem man
fest am Stich saugt, oder mit einer Minipumpe
(Aspivenin, erhältlich in der Apotheke). Eine
Desinfizierung ist nicht nötig. Es empfiehlt sich
jedoch, eine antiallergische Salbe aufzutragen
(Parapic, Fenistil) oder, wenn keine zur Hand
ist, Zwiebeln aufzulegen oder auch ein orales
Antiallergikum zu verabreichen (Zyrtec,
Xyzal). Um den Schmerz zu lindern, können
Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen) hilfreich
sein. Kommt es nach einiger Zeit zu
einer Schwellung, so legt man Eis auf oder
reibt eine entzündungshemmende Salbe ein.
Verschlimmert sich die Sache lokal, so nimmt
man eine Kortisonsalbe zu Hilfe; gegebenenfalls
ist an ein orales Kortikoid zu denken.» Bei
Stichen an heiklen Stellen wie Mund, Kehle
und Augen, bei Mehrfachstichen oder bei einem
Hornissenstich muss das Kind natürlich sofort ins
Spital oder zu einem Arzt gebracht werden.
Wer sonst noch sticht
Mücken sondern etwas schmerzstillenden
Speichel ab, bevor sie in aller Ruhe in die
zarte Babyhaut stechen. Die Kleinen können
sich gegen diese Gefahr kaum wehren. Um
Mücken den Zugang ins Haus zu erschweren,
kann man bei Fenstern und Türen Geranien,
Basilikum oder Lavendel pflanzen oder einige
Citronellakerzen hinstellen, die alle durch
ihren Geruch eine Mückenabwehr darstellen.
Eine weitere Möglichkeit ist, die Fenster mit
Mückennetzen abzudichten und nach Einfall
der Dunkelheit das Licht auszuschalten. Ein
weiterer Trick, der uns
Dr. Alain Regamey verrät:
«Um Mückenstichen in
einer Gegend mit einer
starken Mückenplage
vorzubeugen, kann man
dem Kind während des
Aufenthalts oder, falls
man in der Nähe eines
Bauernhofs oder eines
Teiches wohnt, auch den ganzen Sommer
über eine Vitaminmischung mit Vitamin B
verabreichen; der Geruch dieses Vitamins
wirkt für Mücken abstossend und macht
die Kinderhaut weniger attraktiv. In der
Apotheke oder auch im Supermarkt gibt es
zudem viele Mückenschutzmittel zu kaufen;
sie sind aber für Kinder unter zwei Jahren
nicht empfehlenswert. Da ist das gute alte
Mückennetz viel die bessere Lösung!».
Ob es sich nun um Mücken, Bremsen oder
Entenflöhe handelt, die Insekten stechen, weil
sie sich mit Blut ernähren wollen, am besten mit
solchem von hoher Qualität. Daher ihr Interesse an Babys. Die Stiche von Augustquaddeln, die
von Juni bis Ende Oktober aktiv sind, führen
zu einem harmlosen, aber stark juckenden
Hautausschlag, der vor allem in Knie- und
Ellenbogenbeuge und in den Achselhöhlen
auftritt. Gleich, von welchem Insekt das Baby
gestochen wird, das Ergebnis ist fast immer
dasselbe: Es juckt höllisch! Um den Juckreiz zu
lindern, empfiehlt Dr. Regamey das Einreiben
einer antiallergischen Salbe. Juckt es auch dann
noch, so verschafft eine kortikoidhaltige Salbe
weiter Linderung. Tropfen oder Sirup gegen
den Juckreiz sind vor allem dann empfohlen,
wenn vermieden werden soll, dass das Kratzen
zu keiner weiteren Infektion oder zu einer
Vereiterung führen soll. Die Konsultation eines
Arztes ist nötig, wenn die Stiche offensichtlich
entzündet sind (Geschwürbildung, Schorf,
Rötung, manchmal leichte Eiterung, allmähliche
Ausdehnung der betroffenen Stelle), vor allem
im Gesicht.
Der Zeckenkampf
Zecken befinden sich im Gras oder hängen
an Sträuchern oder Gebüschen, wo sie
ihren Opfern auflauern. Bereits ein leichtes
Streifen genügt, um ein solches Tierchen
unfreiwillig einzufangen. Kinder sind leichte
Opfer und kommen plötzlich mit einem
solchen unerwünschten Gast heim, der sich manchmal auch im Haar niederlässt. Nach
einem Spaziergang ist es also das Beste, die
Kinder zu duschen und ihren Körper danach
gründlich abzusuchen (vor allem hinter den
Ohren, ein bei Zecken beliebtes Versteck).
Man sollte zudem nachsehen, ob auch ja keine
Zecken an den Innenseiten der Kleider hängen.
Und was ist zu tun, wenn man einen dieser
Parasiten entdeckt? «Als erstes soll man die
Zecke ersticken, indem man sie mit ein paar
Tropfen Öl oder Alkohol beträufelt. Danach
sorgfältig herausziehen (aufpassen, sie haben
einen Widerhaken),
entweder mit
einer normalen
Pinzette oder einer
Ze ckenpinz e t t e .
Versichern Sie sich,
dass sie alle Teile
entfernt haben,
bevor Sie die Stelle
desinfizieren. In den
kommenden zwei
Wochen soll die
Stelle regelmässig
überprüft werden,
denn ein möglicher
Ausschlag (Lyme-
Krankheit) tritt erst
nach einiger Zeit auf. Tritt nach einigen Tagen
eine Rötung auf (auch an einer anderen Stelle
als der Einstichstelle), so ist sofort ein Arzt
aufzusuchen, damit man die Infektion mit
Antibiotika in den Griff bekommt.» Es gibt heute
einen Impfstoff gegen die Sommerenzephalitis,
einem viralen Grippeinfekt, der in einigen
Regionen der Schweiz (Uferzone des
Neuenburgersees und östlich der Sense,
also in der ganzen Deutschschweiz) und in
Süddeutschland von den Zecken übertragen
wird. «Dieser virale Grippeinfekt kann zu einer
Entzündung des Nervensystems führen, für die
es keine spezifische Behandlungsmöglichkeit
gibt.» Kinder ab einem Jahr können geimpft
werden, aber da bei den ganz Kleinen keine
Komplikationen eintreten, wird die Impfung ab
einem Alter von fünf Jahren empfohlen.
Gefährliche Pflanzen und Sträucher
Insekten sind nicht die einzigen Feinde. Auch
gewisse Pflanzen haben Möglichkeiten der
Selbstverteidigung und hinterlassen auf unserer
Haut brennende Spuren. «Um das Brennen nach
dem Kontakt mit Brennnesseln zu lindern, gibt
es nichts Besseres als Speichel oder Essig! Geben
Sie kein Wasser auf die brennende Stelle. Nach
einigen Stunden kann eine kortikoidhaltige
Lotion oder Salbe aufgetragen werden, um die
Entzündung abschwellen zu lassen.» Das Pflanzen
von dornigen Büschen auf Privatgrundstücken
ist heute in Mode gekommen. Zerkratzt sich ein
Kind damit, so sollen «die Kratzer desinfiziert
und danach mit einer Antibiotikasalbe behandelt
werden. Sind die Kratzer tief, so ist auch an ein
48-Stunden-Breitbandantibiotikum und an
eine Tetanusimpfung zu denken. Kommt es
zu einer Augenverletzung, so ist sofort der Arzt
aufzusuchen. Die Behandlung eine allfälligen
Perforation, sei sie auch nur winzig, muss vom
Spezialisten ausgeführt werden. Die Gefahr,
ein Auge zu verlieren, darf nicht vernachlässigt
werden.»
Und schliesslich können die Blätter, die
Blüten, Beeren oder Stiele
gewisser Pflanzen* die
Kleinsten in Versuchung
bringen, sie einfach mal
in den Mund zu nehmen.
«Hat das Kind Beeren
oder Blätter verschluckt,
so nehmen Sie einen
Zweig der Pflanze mit und
konsultieren einen Apotheker. Vergiftungen
sind extrem selten (das Kind verschluckt
aufgrund des Geschmacks in der Regel nur sehr
wenig Blätter oder Früchte), aber manchmal
kann eine Beobachtung in einem medizinischen
Umfeld nötig sein (Juckreiz, Vergrösserung der
Pupillen, anormaler Speichelfluss, schwerer
Durchfall)». Achtsame Eltern können aber die
meisten solcher Zwischenfälle vermeiden.
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* Hortensien, Oleander, Rhododendron,
Efeu, Glyzinie, Maiglöckchen, Mistel, Eibe,
Tollkirsche, Jasmin, Buchs, Begonie, Amaryllis,
Goldregen, Stechapfel, Ficus, Zyklamen, Azalee,
Geissblatt, Primel, Yucca – die Liste ist nicht
abschliessend.
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