Burnout bei Müttern: Vorbeugung und Auswege

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Überlastung ist eine Sache. Totale Erschöpfungeine andere. Chronischer Stress gehört zum Muttersein dazu. Extreme Müdigkeit, die physisch und psychisch zugleich ist und dazu führt, dass der Alltag als nicht zu bewältigen erlebt wird, kann jedoch zur Erschöpfungsdepression führen. Da viele Frauen um jeden Preis dem Bild der perfekten Mutter entsprechen wollen, mobilisieren sie alle Kräfte und stellen mitten auf dem Weg fest, dass sie keine Ressourcen mehr haben. Sie wissen nicht mehr, wer sie sind und was sie wollen. So schalten sie in den Autopilotmodus und versuchen nur noch zu überleben!

 
Postnatale Depression oder Burnout?

Es ist wichtig, zwischen der postnatalen Depression, die direkt nach der Geburt eintreten kann, und dem Burnout zu unterscheiden. Beim Letzteren handelt es sich um eine chronische Erschöpfung, die sich schleichend einstellt, wenn die Frau über längere Zeit mit extremer Müdigkeit zurechtkommen muss. Die Betroffenen fühlen sich am Rande des Nervenzusammenbruchs, sind reizbar, emotional erschöpft, körperlich ausgelaugt und neigen zu verbaler und sogar physischer Aggressivität. Es handelt sich nicht um einfache Überlastung, die jeder hin und wieder erlebt, sondern um einen ausgeprägten Erschöpfungszustand, der es den Betroffenen unmöglich macht, sich gelassen der Mutterrolle zu widmen.

Nein zum falschen Perfektionismus!

Exzessive Müdigkeit, Motivationsmangel, das Gefühl, ineffizient zu sein und zu scheitern, Verlust des Selbstvertrauens, Reizbarkeit, Impulsivität, Aggressivität, Schlaf- und Ernährungsstörungen, Kopf-, Rücken - und Bauchschmerzen usw. Diese körperlichen und psychologischen Symptome sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da es sich um Anzeichen für ein schwerwiegendes Problem handelt. Ein Problem, das viele Mütter betrifft, wobei die Anzahl der Betroffenen von Jahr zu Jahr steigt.
Sie fragen sich manchmal, warum Sie überhaupt Kinder gewollt haben? Sie sind mit diesen Gedanken alles andere als allein und sie machen Sie auch nicht zu einer schlechteren Mutter! Sie haben das Recht dazu, die Nase mal «voll» zu haben, erschöpft zu sein, sich am Ende zu fühlen, zu weinen oder zu denken, dass Ihr früheres Leben wirklich einfacher war. Das Leben mit Kindern ist ein echter Tsunami und stellt alles auf den Kopf: Partnerschaft, Berufsleben, Freizeitgestaltung, Körper, Wünsche...
Geben Sie nicht mehr so viel drauf, was «perfekte» Mütter erzählen, wenn sie so tun, als wäre es einfach, Kinder zu erziehen! Es ist nämlich ein anspruchsvoller Vollzeitjob, auf den man nie wirklich umfassend vorbereitet ist. Die Mutterschaft ist eine Quelle von grossem Glück, doch es gibt hin und wieder auch schwierige Momente.

Hören Sie in sich hinein

Haben Sie das Gefühl, dass Sie vor einem Nervenzusammenbruch stehen? Lassen Sie Ihr Kind (natürlich wenn alles sicher ist) in seinem Zimmer und machen Sie die Tür hinter sich zu. In einer solchen Situation müssen Sie sich einfach einige Augenblicke für sich nehmen, um Kräfte zu sammeln und etwas Dampf abzulassen! Neben diesen Momenten, in denen man kurz die Notbremse zieht, müssen Sie aber auch langfristige Inseln der Ruhe finden. Treiben Sie wieder Sport oder melden Sie sich zu einem Kurs an, bei dem Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Vergessen Sie nicht: Eine Mutter, die sich nicht gut fühlt, kann auch andere sich nicht gut fühlen lassen.

Erzählen Sie Ihrem Kind davon, wie es Ihnen geht

Selbst wenn Ihr Kind noch sehr jung ist, erzählen Sie ihm ruhig davon, dass Sie müde sind, dass Sie sich ausruhen müssen, um sich besser um es kümmern zu können. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es nicht an ihm liegt, aber dass es manchmal ganz schön schwierig ist, Mami zu sein. Das Kleine wird natürlich nicht alles verstehen, aber das Wesentliche – nämlich, dass Sie es lieben – werden ihm Ihre Gesten, Ihr Blick und Ihre Stimmlage verraten. Und genau darauf kommt es an!

 
Um Hilfe bitten und diese annehmen

Sie schaffen es nicht, alles unter einen Hut zu bringen? Das ist normal. Vielen geht es so. Wer um Hilfe bittet, gesteht sich und anderen ein, dass er kein unfehlbarer Roboter, sondern ein menschliches Wesen ist. Suchen Sie Hilfe und trauen Sie sich, diese auch wirklich anzunehmen. Ob es Ihr Mann ist, Ihre beste Freundin, Ihr Hausoder Kinderarzt, ein Psychologe, Verbände oder Internetforen – an Hilfsangeboten und Menschen, die ein offenes Ohr für Ihre Probleme haben, mangelt es nicht. Lernen Sie auch, Aufgaben zu delegieren und Hilfe anzunehmen, sei es weil Sie diese wünschen oder weil Sie keine andere Wahl haben. Ihr Mann, die Grosseltern, eine Haushaltshilfe, ein Babysitter, eine Freundin... sofern Ihr Kind gut betreut ist und Sie einige Stunden bekommen, um etwas durchzuatmen, ist jede Option gut. Und vor allem sollten Sie sich von dem schlechten Gewissen befreien! Im Alltag kann wirklich Stress aufkommen, aber das bedeutet nicht, dass Sie Ihren Pflichten nicht nachkommen oder gar eine schlechte Mutter sind. Sie sind einfach eine Mutter, die manchmal nicht mehr kann!

Aus dem Teufelskreis ausbrechen

Falls Sie denken, dass Sie betroffen sind, sollten Sie unbedingt Massnahmen ergreifen und vor allem nicht denken, dass Sie mit diesem Problem allein zurechtkommen müssen. Sie müssen unbedingt raus aus der Isolation. Wagen Sie es, das Problem zur Sprache zu bringen. Bitten Sie Ihre Umgebung um Hilfe und schrecken Sie nicht davor zurück, einen Therapeuten oder Arzt zu konsultieren. Zudem gibt es weitergehende Hilfsangebote. Dieser Weg ist kein leichter, aber Sie können es schaffen. Vergessen Sie nie, dass es keine perfekten Mütter gibt. Das muss man akzeptieren. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und lassen Sie die Zügel bei belanglosen Dingen lockerer. Und vor allem: Gestehen Sie sich das Recht zu, wieder gesund zu werden und sich wohlzufühlen!

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